Hauptfachabteilung Allgemein-, Viszeral- und Gefässchirurgie

Akute Blinddarmentzündung (Appendicitis acuta)

Manchmal schwer zu entdecken, aber gut zu behandeln: Die „akute Blinddarmentzündung“ ist einer der häufigsten Notfälle in der Chirurgie. 2013 wurden in Deutschland fast 120.000 Blinddarmoperationen durchgeführt. Jeder zehnte Mensch erkrankt im Laufe seines Lebens, meist zwischen dem 10. und 30. Lebensjahr. Während früher oft Lebensgefahr bestand, ist die Erkrankung heute in den meisten Fällen gut behandelbar.

Symptome

Typischerweise treten dumpfe Schmerzen im Oberbauch auf, die sich später in den rechten Unterbauch verlagern. Meist werden die Beschwerden von Übelkeit begleitet. Zum Teil besteht auch ein sogenannter Erschütterungsschmerz, zum Beispiel beim Treppensteigen.  

Diagnose – Habe ich eine Blinddarmentzündung?

Bei eindeutigen Symptomen kann die Diagnose häufig alleine durch das Betasten der Bauchhöhle und durch die Untersuchung bestimmter Blutwerte gestellt werden. Zusätzlich führen wir immer eine Ultraschalluntersuchung durch. Nur in seltenen Fällen ist eine Computertomographie (CT)  erforderlich.

Durch die sehr variable Lage des Wurmfortsatzes sind die Beschwerden oft eher unspezifisch. Zudem kommen meist viele andere Ursachen ebenfalls in Frage. Unter Umständen ist es daher schwierig, eine Blinddarmentzündung zu entdecken.

Operationsverfahren

Wenn eine „Blinddarmentzündung“ festgestellt wird, sollte der Wurmfortsatz auf jeden Fall operativ entfernt werden. In unserer Klinik erfolgt der Eingriff in der Regel über eine Bauchspiegelung (laparoskopische Appendektomie). Nur selten ist ein größerer Schnitt am Bauch erforderlich. 

Operationsverfahren im Detail

Über einen Schnitt am Nabel wird eine HD-Kamera eingeführt, über ein bis zwei weitere kleine Schnitte im Unterbauch werden spezielle feine Arbeitsinstrumente eingebracht. Anschließend wird die Bauchhöhle untersucht und der Wurmfortsatz entfernt. Selbstverständlich kann es  bei sehr stark ausgeprägten Entzündungen  gelegentlich erforderlich sein, einen etwas größeren Schnitt anzulegen und den  Wurmfortsatz auf herkömmliche Art „offen“ zu entfernen.

Aufenthalt in der Klinik

Nach der Operation müssen Sie im Normalfall noch drei bis vier Tage in unserer Klinik bleiben.