Hauptfachabteilung Allgemein-, Viszeral- und Gefässchirurgie

Darmkrebs

Darmkrebs ist in Deutschland eines der häufigsten Tumorleiden. Begünstigt wird die Entstehung unter anderem durch eine ballaststoffarme, fett- und fleischreiche Ernährung sowie Übergewicht. Zudem steigt das Risiko mit zunehmendem Alter. In den meisten Fällen entwickelt sich der Darmkrebs aus gutartigen Veränderungen der Darmwand, sogenannten Polypen. Diese können, sofern frühzeitig entdeckt, in der Regel gut bei einer Darmspiegelung entfernt werden.

Symptome

In vielen Fällen haben die betroffenen Patienten keine spezifischen Beschwerden. Zum Teil tritt Blut im Stuhl auf oder die Stuhlgewohnheiten ändern sich. Bei sehr fortgeschrittenem Darmkrebs können Bauchschmerzen oder Zeichen eines Darmverschlusses (aufgetriebener Bauch, Erbrechen, Stuhlverhalt) auftreten.

Diagnose

Darmkrebs wird in der Regel bei einer Darmspiegelung festgestellt. Hierbei werden auch Proben entnommen, um die Geschwulst feingeweblich zu untersuchen. Ergänzend erfolgen immer eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums und eine Röntgenuntersuchung der Lunge. In vielen Fällen wird zudem eine Computertomographie (CT) der Bauchhöhle durchgeführt.

Operationsverfahren

Die einzige Möglichkeit, den Darmkrebs vollständig zu heilen, ist eine Operation. Hierbei wird die Geschwulst mit einem gewissen Sicherheitsabstand entfernt. Für die Operationsplanung ist entscheidend, dass der Dickdarm in verschiedene Abschnitte (zum Beispiel S-förmiger Dickdarmabschnitt)  unterteilt ist. Jeder dieser Abschnitte wird durch ein eigenes Blutgefäß versorgt, in dessen Nähe sogenannte Lymphknoten sitzen. Sollte der Darmkrebs streuen, dann in der Regel zuerst in diese Lymphknoten. Daher wird bei der Operation je nach Lage der Geschwulst immer der entsprechende Darmabschnitt zusammen mit dem zugehörigen Blutgefäß und den Lymphknoten entfernt. Wann immer möglich, führen wir die Operation besonders schonend über mehrere kleine Schnitte am Bauch (laparoskopisch) durch.

Operationsverfahren im Detail

  • Minimalinvasive Operation (laparoskopische Sigmaresektion, laparoskopische Hemikolektomie): Über mehrere ein bis zwei cm lange Schnitte werden eine HD-Kamera und verschiedene Arbeitsinstrumente eingeführt. Anschließend wird der betreffende Darmabschnitt zusammen mit dem zugehörigen Blutgefäß und den Lymphknoten abgetrennt und über einen Schnitt knapp oberhalb des Schambeins aus der Bauchhöhle entfernt.  Die Darmenden werden dann mit einem speziellen Klammernahtgerät wieder verbunden.
  • „Offene“ Operation über einen Schnitt in der Mittellinie der Bauchwand (Hemikolektomie rechts und links, Transversumresektion, konventionelle Sigmaresektion): Nach einem Schnitt in der Mittellinie am Bauchnabel vorbei wird zunächst die Bauchhöhle untersucht. Anschließend wird der betreffende  Darmabschnitt zusammen mit dem zugehörigen Blutgefäß und den Lymphknoten entfernt. Die Darmenden werden mit einem speziellen Klammernahtgerät wieder verbunden.

Aufenthalt in der Klinik

Im Schnitt müssen Sie mit einem Aufenthalt von etwa sieben bis zehn Tagen rechnen.

Wir sind zertifiziert!

Operationen am Dickdarm werden in unserer Klinik häufig und mit hoher Qualität durchgeführt. Wir sind daher als entsprechendes Kompetenzzentrum durch die Fachgesellschaften zertifiziert (Kompetenzzentrum für Chirurgische Koloproktologie).

Wie geht es nach der Operation weiter?

Das bei der Operation entnommene Gewebe schicken wir zu den Pathologen für eine feingewebliche Untersuchung. Nach dem Erhalt der Ergebnisse besprechen wir Ihren Fall individuell in der Tumorkonferenz  im Haus. In diesem Gremium sitzen Vertreter aller Fachabteilungen, die sich mit Krebs befassen. Die Empfehlung für die weitere Behandlung wird dort gemeinsam festgelegt und anschließend mit Ihnen besprochen.