Hauptfachabteilung Allgemein-, Viszeral- und Gefässchirurgie

Gallensteine

Das Gallensteinleiden ist häufig. In Deutschland werden pro Jahr fast 200.000 Gallenblasenentfernungen durchgeführt. Die Entstehung der Gallensteine wird vor allem durch die Fehlernährung (zu viel Fett, zu wenig Ballaststoffe) in den westlichen Ländern begünstigt. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Etwa jede fünfte Frau über 40 Jahre hat Gallensteine. Diese bereiten aber nur in einem Drittel der Fälle Beschwerden.

Symptome


Typisch für Gallenblasensteine sind Schmerzen im rechten Oberbauch mit Ausstrahlung in Rücken und rechtes Schulterblatt, die vor allem nach dem Genuss fettreicher Speisen auftreten können. Häufig bestehen aber auch ganz unspezifische Oberbauchbeschwerden, etwa ein dumpfes Druckgefühl, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Blähungen. Teilweise kommt es auch zu Erbrechen und Gewichtsverlust.

In seltenen Fällen rutscht ein Stein aus der Gallenblase in den Hauptgallengang und verschließt diesen. Dann kommt es zu einem Stau der Galleflüssigkeit mit einer Gelbverfärbung der Haut, der sogenannten „Gelbsucht“(Ikterus), oder zu einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse.

Diagnose


Die beste und einfachste Methode zum Nachweis von Gallensteinen ist eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums. Hierbei können die Steine in der Gallenblase dargestellt werden. Zudem wird überprüft, ob eine Entzündung der Gallenblase vorliegt oder ein Stein in den Hauptgallengang gerutscht ist. In letzterem Fall wird dann in der Regel durch die Kollegen der Gastroenterologie eine Spiegelung der Gallenwege, eine sogenannte ERC(P), mit einer Steinentfernung durchgeführt.
Nur bei sehr speziellen Fragestellungen ist eine Computertomographie (CT) oder eine Kernspintomographie (MRT) erforderlich.

Operationsverfahren

Immer wenn Gallensteine Beschwerden bereiten, sollte die Gallenblase vollständig entfernt werden. Den Eingriff führen wir fast immer über kleine Schnitte (laparoskopisch) durch. Nur in Ausnahmefällen, etwa bei sehr starken Verwachsungen, ist eine „offene“ Operation erforderlich.

Operationsverfahren im Detail

  • Entfernung der Gallenblase über eine Bauchspiegelung (laparoskopische Cholecystektomie): Über den Nabel und drei kleine Schnitte im Oberbauch werden eine HD-Kamera und Operationsinstrumente in die Bauchhöhle eingebracht. Anschließend wird die gesamte Gallenblase zusammen mit den Steinen entfernt.
  • Entfernung der Gallenblase über eine Bauchspiegelung mit einem einzigen Schnitt am Bauchnabel (SILS-Cholecystektomie): Bei diesem sehr schonendem Verfahren ist lediglich ein einziger, kleiner Schnitt am Bauchnabel erforderlich. Mit Hilfe eines Spezialinstruments, einem sogenannten „Port“, werden die HD-Kamera und alle erforderlichen Arbeitsinstrumente eingeführt. Anschließend wird die gesamte Gallenblase zusammen mit den Steinen entfernt.
  • Entfernung der Gallenblase über einen Bauchschnitt (konventionelle Cholecystektomie): Sollte die Entfernung der Gallenblase über eine Bauchspiegelung zum Beispiel wegen ausgeprägter Verwachsungen nicht möglich sein, wird ein Schnitt im rechten Oberbauch angelegt. Dann wird die gesamte Gallenblase zusammen mit den Steinen entfernt. Zudem führen wir eine Röntgenuntersuchung der Gallenwege, eine sogenannte „Cholangiographie“, durch, um sicher zu gehen, dass der Abfluss nicht behindert ist. Sollten hierbei Steine im Hauptgallengang nachgewiesen werden, können diese gleich entfernt werden (siehe unten).
  • Operative Entfernung von Steinen aus den Gallenwegen (Choledochusrevision): Bei dem Nachweis von Steinen in den Gallenwegen wird in der Regel eine Spiegelung der Gallenwege (ERC) durchgeführt. Manchmal, zum Beispiel bei bestimmten Voroperationen, ist dies jedoch nicht möglich. In diesen Fällen oder auch beim Nachweis von Gallengangssteinen während einer Entfernung der Gallenblase über einen Bauchschnitt (siehe oben) wird der Hauptgallengang durch einen kleinen Schnitt eröffnet. Die Steine werden entfernt und der Gallengang gespült. Anschließend wird ein spezieller Kunststoffschlauch (T-Drainage) in den Hauptgallengang eingebracht.

Aufenthalt in der Klinik

Nach der Operation über eine Bauchspiegelung werden Sie für weitere zwei bis vier Tage stationär behandelt.

Was kann ich nach der Operation essen?

Es gibt keine spezielle Diät nach der Entfernung der Gallenblase. Sie sollten jedoch in den ersten Wochen nach der Operation mit sehr fettreichen oder stark blähenden Speisen noch etwas vorsichtig sein.