Hauptfachabteilung Allgemein-, Viszeral- und Gefässchirurgie

Basedow-Krankheit und Hashimoto-Thyreoiditis

Der Morbus Basedow (Basedow´sche Krankheit) ist eine Autoimmunkrankheit der Schilddrüse. Der Körper bildet dabei gegen die eigene Schilddrüse Antikörper. Die Erkrankung führt zu einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) und geht häufig, aber nicht immer, mit einem Kropf (Struma)  einher. Zum Teil wirkt sich die Erkrankung auch auf die Augen aus.

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist ebenfalls eine Autoimmunerkrankung, die zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse führt. Bei dieser Erkrankung wird Schilddrüsengewebe infolge eines fehlgeleiteten Immunprozesses zerstört. Funktionell führt es letztendlich zu einer Unterfunktion, wobei am Anfang der Erkrankung eine sehr schwankende Funktion bis hin zu einer heftigen Überfunktion vorliegen kann.

Symptome

Bei der Basedow-Krankheit  kann es typischerweise zu einem Hervortreten der Augen kommen. Alle anderen Symptome hängen sowohl bei der Basedow-Krankheit als auch bei der Hashimoto-Thyreoiditis sehr von der Funktionslage der Schilddrüse ab.

Wenn die Schilddrüse  zu viele Hormone ausschüttet – man spricht in diesem Fall von einer „Überfunktion“ –,  regt dies unter anderem den Stoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System an. Die Folge ist, dass die Betroffenen leichter ins Schwitzen kommen oder an Gewicht verlieren, obwohl sie genug essen. Zu den weiteren charakteristischen Symptomen gehören Nervosität, Schlaflosigkeit, Herzrasen sowie allgemeines Unwohlsein und Verdauungsbeschwerden.

Eine Unterfunktion der Schilddrüse - in diesem Fall produziert diese insgesamt nicht genügend Hormone - äußert sich komplett gegenteilig. Hierbei schaltet der Stoffwechsel in seiner Arbeit einen Gang zurück. Aus diesem Grund fühlen sich die Patienten häufig schlapp und müde, sind blass und frieren leicht. Zudem besteht eine Neigung zu niedrigem Blutdruck und zur Gewichtszunahme.

Diagnose

Die wichtigste Untersuchung bei einer Basedow-Krankheit oder Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Blutentnahme. Hierbei lässt sich feststellen, ob die Schilddrüse zu viele oder zu wenige Hormone produziert (Über- oder Unterfunktion). Zudem können Antikörper, die für die jeweilige Erkrankung ursächlich sind, nachgewiesen werden.

Ergänzend wird eine Schilddrüsenszintigraphie zur Bestimmung der Funktion der einzelnen Bereiche und der gesamten Schilddrüse durchgeführt. Zudem erfolgt eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse zur Messung der Größe und zum Nachweis von einem Gewebeumbau.

Behandlungsmöglichkeiten

Während die Basedow´sche Krankheit in einem Teil der Fälle unter einer überbrückenden medikamentösen Therapie nach einem Jahr von selbst wieder zum Stillstand kommt, ist in anderen Fällen eine Behandlung mittels einer sogenannten Radiojodtherapie oder Operation notwendig.

Die Therapie der Hashimoto-Thyreoiditis ist in der Regel medikamentös. Wenn die Schilddrüse durch ihre Vergrößerung ein mechanisches Problem am Hals auslöst, der Verdacht auf Bösartigkeit besteht oder eine akute, nicht beherrschbare Überfunktion vorliegt, dann ist eine Operation erforderlich.

Operation

Es wird eine operative Entfernung der ganzen Schilddrüse (Thyreoidektomie) durch einen kleinen Hautschnitt möglichst in einer Hautfalte am Hals durchgeführt. Während des  Eingriffs wird die Funktion der Stimmbandnerven immer wieder mit speziellen elektrischen Geräten (Neuromonitoring) überprüft.

Klinikaufenthalt und Nachbehandlung

Der Eingriff wird immer stationär durchgeführt. Der Aufenthalt dauert insgesamt zwei bis drei Tage. Es müssen Schilddrüsenhormone in Tablettenform eingenommen werden. Durch regelmäßige Kontrollen der Schilddrüsenwerte kann im Verlauf die Dosis der Tabletten angepasst werden. Die Hormoneinnahme ist lebenslang erforderlich.