Hauptfachabteilung Allgemein-, Viszeral- und Gefässchirurgie

Schilddrüsenvergrösserung

Struma oder Kropf

Die Struma ist weltweit die häufigste Erkrankung der Hormondrüsen. Die tastbare, sichtbare oder messbare Vergrößerung kann sowohl gleichmäßig das gesamte Gewebe (Struma diffusa) betreffen oder punktuell von einzelnen oder mehreren Knoten in der Schilddrüse (Struma nodosa) ausgehen. Diese ist unabhängig von der Stoffwechsellage (Überfunktion, Unterfunktion oder normale Funktion der Schilddrüse). Die häufigste Ursache für das Entstehen einer Struma ist Jodmangel.

Symptome

Die meisten Patienten bemerken eine Schwellung oder Vorwölbung am Hals. Zum Teil bestehen Schluckstörungen („Kloßgefühl“) oder ein Druck-/ Fremdkörpergefühl im Hals.

Diagnose

Bei entsprechender Erfahrung und je nach Größe kann man die Schilddrüsenvergrößerung unter Umständen bereits beim Betreten des Sprechzimmers sehen. Ferner gibt das Betasten des Halses insbesondere beim Schlucken einen weiteren Anhalt für die Größe. Zur genaueren Untersuchung erfolgt ein Ultraschall der Schilddrüse. Zudem werden eine Blutuntersuchung und eine Schilddrüsenszintigraphie durchgeführt, um die Funktionslage der Schilddrüse zu bestimmen.

Behandlungsmöglichkeiten – Muss jede Struma operiert werden?

Die Therapie einer Schilddrüsenvergrößerung richtet sich vor allem nach der Funktionslage der Schilddrüse und den Beschwerden des Patienten. In vielen Fällen reicht es aus, die Befunde zu beobachten.  Teilweise ist auch eine Tabletteneinnahme erforderlich. Beim Vorliegen sogenannter „kalter Knoten“, bei einer mechanischen Behinderung durch die  Schilddüse am Hals oder bei einer Fehlfunktionen durch Knotenbildung stellt die Operation die beste Behandlungsmöglichkeit dar. Gelegentlich kann eine Radiojodtherapie eine Behandlungsalternative sein.

Operation

Wir führen eine befund- und funktionsorientierte Operation der Schilddrüse durch. Das kann die Teilentfernung mit Belassen von einem kleinen gesunden Teil der Schilddrüse sein (subtotale Resektion), die Entfernung einer Seite der Schilddrüse (Hemithyreoidektomie) oder  die komplette Entfernung der Schilddrüse (Thyreoidektomie). Die Operation wird durch einen kleinen Hautschnitt möglichst in einer Hautfalte am Hals durchgeführt. Während des  Eingriffs wird die Funktion der Stimmbandnerven immer wieder mit speziellen elektrischen Geräten (Neuromonitoring) überprüft.

Klinikaufenthalt und Nachbehandlung

Der Eingriff wird immer stationär durchgeführt. Der Aufenthalt dauert insgesamt zwei bis drei Tage.
Je nach Größe der belassenen Schilddrüsenanteile müssen Schilddrüsenhormone, Jod oder eine Kombination aus beidem in Tablettenform eingenommen werden. Durch regelmäßige Kontrollen der Schilddrüsenwerte kann im Verlauf die Dosis der Tabletten angepasst werden. Insbesondere bei einer vollständigen Entfernung der Schilddrüse ist die Hormoneinnahme lebenslang erforderlich.