Hauptfachabteilung Allgemein-, Viszeral- und Gefässchirurgie

Abszesse

Die Haut besitzt viele sogenannte „Anhangsgebilde“ wie Haarwurzeln oder Schweißdrüsen. In diesem Bereich können Infektionen entstehen und zur Gewebeschädigung führen. Ein Abszess ist eine eitrige Gewebeeinschmelzung, meist im Bereich von Haut und Unterhautfettgewebe, allerdings gelegentlich auch in der Muskulatur oder in Organen gelegen. Manche Stoffwechselerkrankungen, vor allem die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Krankheiten mit Beeinträchtigung des Immunsystems sowie bestimmte Medikamente (zum Beispiel Kortison, Immunsuppressiva) begünstigen die Entstehung von Abszessen.

Symptome und Diagnose

Im Bereich des Abszesses ist die Haut gerötet, geschwollen und überwärmt. Häufig bestehen Schmerzen, gelegentlich auch Fieber. Diese Veränderungen sind in der Regel so charakteristisch, dass die Diagnose allein durch das Betrachten gestellt werden kann. In Einzelfällen wird ergänzend ein Ultraschall (Sonographie) durchgeführt.

Operationsverfahren

Eine konservative Therapie etwa mit Zugsalbe oder Antibiotika führt, wenn überhaupt, nur zu einer sehr kurzfristigen Besserung mit einem schnellen Wiederauftreten der Beschwerden. Die einzige dauerhafte Behandlungsmöglichkeit bei Abszessen stellt daher die Operation dar.
Wir führen die Eingriffe in Vollnarkose durch. Die Haut über dem Abszess wird eröffnet, um den Abfluss des Eiters zu gewährleisten. Die Wunde wird dabei bewusst offen gelassen. Würde diese zugenäht werden, bildet sich schnell ein neuer Abszess.

Aufenthalt in der Klinik und Nachbehandlung

Nach der Operation werden Sie in der Regel für eine Nacht stationär überwacht.
Die Wundhöhle muss mindestens einmal täglich ausgeduscht werden bis sich wieder neue Haut darüber gebildet hat. Gelegentlich ist eine zusätzliche Antibiotika-Therapie notwendig.