Hauptfachabteilung Unfallchirurgie, Orthopädie und Sportmedizin

Ellenbogenverrenkung

Ellenbogenluxation

Bei einer Ellenbogenluxation kommt es zu einem vollständigen oder unvollständigen Kontaktverlust der beteiligten Gelenkflächen von Oberarm und Unterarm und somit zur Fehlstellung der gelenkbildenden Knochen zueinander. Bei Kindern stellt die Ellenbogenluxation die häufigste Gelenkverrenkung dar. Bei Erwachsenen ist ein ausgekugelter Ellenbogen nach der Schultergelenkluxation die zweithäufigste Gelenkverrenkung.

Symptome

Eine unfallbedingte Ellenbogenluxation geht immer mit starken Schmerzen und Schwellungen, einer Fehlstellung und mit Bewegungseinschränkungen des Ellenbogengelenks einher.

Zusätzlich können auch Gefühlsbeeinträchtigungen in der Hand, Muskelschwächen und Durchblutungsstörungen auftreten.

Diagnose

Meist führen die oben genannten Symptome bereits zur Verdachtsdiagnose der Ellenbogengelenksverrenkung. Mittels einer Röntgenaufnahme kann die Diagnose gesichert werden. Um die genaue Verletzungsschwere besser nachvollziehen zu können, ist oftmals eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) angezeigt. Hier zeigen sich auch Begleitverletzungen wie etwa Bänderrisse oder komplizierte Knochenbrüche. Gelegentlich - vor allem bei Kindern - kann bereits eine Ultraschalluntersuchung ausreichend sein.

Behandlungsmöglichkeiten

Eine unfallbedingte Ellenbogenluxation muss, sofern keine Begleitverletzungen der Seitenbänder, Nerven und Knochen vorliegen, schnellstmöglich wieder eingerenkt werden, um langfristige Folgeschäden wie Nervendehnungsverletzungen zu verhindern. Da dies sehr schmerzhaft ist, müssen zunächst ausreichend Schmerzmittel gegeben werden, oder die Wiedereinrenkung muss sogar in Kurznarkose erfolgen. Danach wird das Ellenbogengelenk für 7 bis 14 Tage mit Bandagen, Schienen oder einem Gipsverband ruhiggestellt.

Liegen schwerwiegende Begleitverletzungen vor, ist eine Operation notwendig, um Nerven, Gefäße, Bänder und Knochen versorgen zu können.

Im Anschluss an die konservative oder operative Therapie ist eine zeitlich begrenzte Schienung und Entlastung des Gelenkes nötig. Krankengymnastik sollte zur Verbesserung der Beweglichkeit für mehrere Wochen durchgeführt werden.